Einleitung zum zweiten Teil

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Vielleicht haben Sie eben die ersten hundert Jahre der Geschichte des Feuerwehrvereins Basel-Stadt gelesen und als Konsument von Geschriebenem aller Art aus unserer Zeit (verwundert?) festgestellt, dass Ausdrucksweise und Wortschatz im Jahre 1954 etwas anders waren als heute. Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, den Text aus der Festschrift von 1954 neu zu bearbeiten, um Ihnen nicht nur den Wandel der Zeit in Bezug auf die Vereinsgeschichte, sondern eben auch die Veränderung der Sprache zu vermitteln.

Aber keine Angst: Der Autor beabsichtigt nun nicht, die letzten 50 Jahre in eine «megageile» Geschichte zu verpacken, auch wenn das möglicherweise erfolgsversprechend für die Nachwuchsrekrutierung wäre («Hey Mann, chunnsch au Füürwehrverein?»). Nein, der Autor hat die jüngere Vereinsgeschichte in Themen aufgeteilt wie «Kasse», «Generalversammlung» oder «Familiäres» und geht darin chronologisch vor. Dabei greift er gerne auf Originalausschnitte von Berichterstattungen aus vergangener Zeit zurück und zitiert wörtlich (also auch ohne Eingriffe in die Rechtschreibung. Zeitangaben sind oft in militärischer Art – also ohne Punkt zwischen Stunden und Minuten – wiedergegeben).

Die Berichte stammen aus dem Berichtsbuch, in welches Beiträge von 1951 bis 1970 gebunden sind. Darunter sind auch die Kommissionsberichte von 1964 bis 1970. Vor dieser Zeit waren diese zum Teil in den Jahresberichten der Präsidenten enthalten, nach 1970 wurde auf das Verfassen von ausführlichen Berichten verzichtet. Der Herrenbummel, der in einem der folgenden Kapitel beschrieben wird, fand 1968 statt. Just in dem Jahr also, als Studentenunruhen weltweit für Aufregung sorgten und auch Basels Jugend ihren Unmut über die etablierte Gesellschaft und ein verkrustetes Schulsystem kundtat. Sie tat dies mehr als nur symbolisch mit einem Sitzstreik auf den Tramgeleisen, denn die Jugend wollte viel – auch ein «Gratisdrämmli » (Gebührenfreies Nahverkehrsmittel). Es begann eine Zeit des Umbruchs, der Emanzipation nicht nur der Jugend, nein auch der Frauen und Männer im Familien- wie im Berufsleben.

Die Mannen, die sich an jenem Samstag auf den Herrenbummel begaben, spürten noch wenig von dieser neuen Zeit. Nicht weil sie Ewiggestrige waren, keineswegs, sie lebten einfach noch im Gesellschaftsverständnis der Kriegs- und Nachkriegszeit, das besonders traditionelle Vereine über Jahrzehnte mitschufen. Aber die Männer, die sich da derbe Witze erzählten und etwas über die Stränge schlugen, waren keine Frauen verachtenden Wüstlinge, sondern meist brave Familienväter, die in ihrem Beruf hart arbeiteten und sich nebenher als Feuerwehrmänner uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit stellten.

Nun denn, die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen auch das Vereinsleben. Vieles was damals war, wäre heute unvorstellbar und selbst Traditionen wie zum Beispiel der Familienbummel lassen sich in dieser Form nicht einfach in eine andere Zeit retten. Der Feuerwehrverein Basel-Stadt ist heute ein moderner Verein mit zeitgemässen Strukturen. Obwohl immer noch von Männern dominiert – es gibt nun mal mehr Feuerwehrmänner als Feuerwehrfrauen – haben auch die Frauen ihren festen Platz.

Blicken Sie mit uns zurück und geniessen Sie die Episoden, Anekdoten und Berichte. Wir sind überzeugt, dass auch bei Ihnen manch schöne Erinnerung geweckt wird und das ist durchaus beabsichtigt.

Die Jubiläumsfeiern 1954 und 1979

100 Jahre Feuerwehr-Verein Basel-Stadt 1854–1954

Der Bericht des damaligen Präsidenten Erhard Höflin ist an und für sich absolut lesenswert. Er informiert über die Vorbereitungsarbeiten (ab Januar 1953), über seinen Führungsstil (Diktaturgelüste), über seine Unnachgiebigkeit (von Anfang an war mir klar, dass ich keinen Buchstaben aus dem Manuskript streichen würde), seinen Humor (auch beim Präsidenten soll es eine kleine «Striggede» gegeben haben, denn der Helm blieb im Restaurant Feldschlösschen, der Ceinturon in der Alten Gerbe und der Kopf!?), über das Entstehen der Jubiläumsschrift und und und ... Natürlich berichtet er auch über die Festlichkeiten selber. Nur: Der Bericht ist 18 DIN A4-Seiten lang und würde den für diese Jubiläumsschrift gegebenen Umfang bei Weitem sprengen. So beschränken wir uns auf die eigentlichen Festlichkeiten und geben diese in Ausschnitten wieder. (Anmerkungen und Ergänzungen des Chronisten sind kursiv gesetzt.)

Wenige Wochen vor dem grossen Fest: «Die Feier rückte immer näher und es war an der Zeit, die definitiven Einladungen zu verschicken. Es waren ca. 2500 Zirkulare, die verschickt wurden ... Tagelang lief unsere Vervielfältigungsmaschine auf höchsten Touren, denn kein Formular wurde gedruckt.»

Kurz vor dem Anlass: «Wir hatten vorgesehen, in der Innerstadt einen Zapfenstreich mit der Feuerwehrmusik zu veranstalten ... Darauf liess mich der Dirigent der Musik wissen, dass die Mitwirkung derselben nicht in Frage komme, weil kein Sold ausbezahlt werde. Als ich ihm darauf versicherte, dass dem nicht so sei, sondern das Musikcorps besoldet würde, sagte er doch noch zu, allerdings nur unter der Bedingung, dass auf dem Marktplatz ein Podium aufgestellt werde. Nur, woher das Podium nehmen? ...» (Und der Parkplatz musste geräumt werden, denn am marktfreien Nachmittag und abends durften dort Autos geparkt werden.)

Am Freitag, 3. September um 20 Uhr ging schliesslich die Feier los: «Die Tambours et Clairons de Bourgfelden verschönerten durch ihr Mitwirken den ganzen Zapfenstreich mit der Feuerwehrmusik und ich hätte nie geglaubt, dass in Basel so viele Leute auf die Beine zu bringen sind. Der Marktplatz war bummsvoll und die Strassen waren dicht gesäumt vom Publikum, das kräftig applaudierte. Der anschliessende Fackelzug mit den Musikcorps durch die Stadt hat dem ganzen dann noch die Krone aufgesetzt ...»

Samstag, 4. September: «Am Nachmittag kamen die Kameraden aus dem In- und Ausland, die bei brütender Hitze vor der Mustermesse warteten, bis das Signal gegeben wurde zur Abfahrt an den angenommenen Brandort (Übung der 1. Kompanie). In liebenswürdiger Weise wurden uns zwei Mannschaftswagen der Polizei zu je 40 Plätzen zur Verfügung gestellt, damit der Transport der Gäste von der Mustermesse an die Elsässerstrasse reibungslos erfolgen konnte. Die beiden Cars mussten dreimal hin und her fahren, bis alle Gäste am Brandort waren. Als die letzten eintrafen, bekamen sie gerade noch den Abbruch der Leitungen zu sehen. Schade, sehr schade. Viele hatten sich gefreut, unsere Feuerwehr bei der Arbeit zu sehen, aber sie sind um den Genuss gekommen.»

Am Abend:«Langsam rückte der Zeiger gegen 20 Uhr und ich begab mich in den Saal der Mustermesse (Grosser Festsaal),um die Gäste zu empfangen und die Honneurs zu machen.

Einige Tage zuvor hatten wir einen genauen Bestuhlungsplan angefertigt, wonach jede Delegation einen zugewiesenen Platz bekommen sollte. Aber auch dieser Plan flog innert 10 Minuten über den Haufen und die Arbeit von 6 Stunden war in nichts zerronnen. Die Delegationen setzten sich beliebig und viele kamen in grösserer Zahl als angemeldet. So gab es auch hier einen grossen Salat ...

Das Glockenzeichen zum Beginn ertönte. Im Saal wurde es langsam still und ich konnte mit der Begrüssung der Gäste und Kameraden beginnen. Ich glaube, die Ansprache in der Kürze gemacht zu haben ohne zu langweilen und dabei trotzdem keine Persönlichkeit übersehen zu haben ... Nun übernahm das Ensemble das Zepter auf der Bühne (es wurde ein Rahmenstück in 11 Bildern aufgeführt, das 12. enthielt die Ehrungen. Autor des Stückes war Erhard Höflin selber). Alles ging wie am Schnürchen und die Spieler interpretierten die verschiedenen Charakteren mit sehr gutem Einfühlungsvermögen und ernteten mit jedem Bild grossen Applaus. Speziell gefielen die Sprecher, welche die verbindenden Worte sprachen, die von einem Bild zum anderen überleiteten. Auch sie ernteten den verdienten Applaus. Das Rahmenspiel ging mit dem 11. Bild, der Strassenwischerszene vor dem Bernoullianum zu Ende und es folgte das (im Vorfeld vom Vorstand)so scharf kritisierte 12. Bild mit den Ehrungen. Ich gebe zu, es war ein Fehler, den Vereinsbeschluss einfach zu ignorieren und die Ehrungen zu vollziehen. Aber, hätte ich den ca. 1000 Anwesenden im Saal mitteilen sollen, dass beschlossen wurde, keine Ehrungen durchzuführen?? Was meinen Sie, hätten wir uns da lächerlich gemacht! Oder hätte ich das 12. Bild einfach auslassen und dazu sagen sollen: Wir sind am Ende, ich wünsche allen eine gute Nacht – aus – fertig – Amen – wäre das ein Abschluss einer 100-Jahrfeier gewesen? ...

Nach den Ehrungen kamen die Gratulanten und es wurden 15 sehr schöne Geschenke überbracht ... Auch die Tombola war ein grosser Treffer und alle, die sich daran beteiligten, hatten an den schönen Gewinnen eine grosse Freude. Eine noch grössere Freude hatte unser Kassier, als er schmunzelnd 800 Franken einkassieren konnte ...

Im Foyer hatte sich die Kapelle Melodys installiert und zu ihren Klängen begann man das Tanzbein zu schwingen. Gegen 03 Uhr lichteten sich die Reihen und man zog so langsam den heimatlichen Penaten (häuslicher Herd)entgegen. Für die Unermüdlichen wurde noch Mehlsuppe und Zwiebelwähe bereitgestellt. Leider folgten dem Aufruf und der Mundpropaganda nur wenige Kameraden und so blieb uns nichts anderes übrig, als die Rechnung des Wirtes in der Höhe von 90 Franken für nicht gegessene Ware zu bezahlen.» (Es blieben 128 Stück Wähe und 60 Liter Suppe übrig. Der Wirt verrechnete nur die Wähen.)

Sonntag, 5. September: «Der Morgen brachte einen ganz ergiebigen Landregen und um 10 Uhr wurden die Kameraden von Bruchsal erwartet. Zwei Trommler sollten zur Begrüssung eine Tagwacht auf das Kalbfell legen. Ein Kamerad übernahm die Funktion des Fähnrichs (unser Fähnrich war im Rathaus) und es ging wie am Schnürchen. Aber es regnete immer noch in Strömen. Bei diesem Wetter war es unmöglich, die Bruchsaler Musik mit dem Spielmannszug durch die Stadt marschieren zu lassen. Ebenso unmöglich war es, ein Platzkonzert auf dem Marktplatz abzuhalten. Kurz entschlossen bestellte ich bei den BVB einen Wagen mit Anhänger und schickte die Kameraden aus Bruchsal auf eine Stadtrundfahrt. (Die BVB beanstandeten nach der Jubiläumsfeier in einem Brief, dass so viele Bierflaschen mitgefahren seien, ohne zu bezahlen …)

10.30 Uhr, Beginn der Festsitzung: «Die Festsitzung im Grossratssaal sollte irgendeine Belebung erhalten, denn nur Reden anzuhören dünkte mich doch eine kleine Zumutung für die Gäste ... Das Fräulein vom Konservatorium versprach mir, die Sache zu übernehmen zum Preis von 120 Franken. Alles hat gut geklappt und die Mozart’schen Klänge gaben der Feierstunde das richtige Gepräge. Für unsere Gäste und nicht zuletzt für uns, wollte ich noch eine kleine Überraschung bereithalten und zwar in Form eines Trommelvortrages. Dr. Berger, unser Basler Trommelspezialist, legte eine Tagwache aufs Kalbfell, die nicht von schlechten Eltern war. Auf alle Fälle hatten unsere Gäste eine grosse Freude am ganzen Anlass. Dank dem Entgegenkommen unserer hohen Regierung wurde uns danach ein Apéritif serviert, dem alle Anwesenden lebhaft zusprachen.» … Inzwischen hellte das Wetter auf und der Marktplatz begann sich mit Volk zu füllen, sogar beängstigend zu füllen, um das angesagte Platzkonzert zu hören. Von einem Regierungsrat, der zur Feier geladen war,erhielten wir die Erlaubnis, die Polizeiwache im Spiegelhof zu alarmieren, mit dem Auftrag, die Bruchsaler Musik zu suchen und sofort auf den Marktplatz zu beordern. (Diese war ja auf Stadtrundfahrt. Man fand sie schliesslich auf dem Bruderholz.) Um ca. 11.30 Uhr konnte das Konzert dann beginnen und es war sehr schön. Die Kameraden aus Bruchsal ernteten grossen Applaus.» (Die Lippen der Bläser waren bestimmt nicht mehr zu trocken nach der Bierfahrt…)

Ca. 13.30 Uhr: «Wir begannen die Gaststätten aufzusuchen, um das Mittagessen einzunehmen, solange uns noch Zeit zur Verfügung stand, denn für 14.00 Uhr war die Abfahrt des Schiffes nach Kembs angesagt. Ein Teil der Gäste begab sich zur Besichtigung des Zollis … So um ca. 16.00 Uhr begann es wieder ausgiebig zu regnen, doch es gelang uns, rechtzeitig vom Schiff ins Restaurant Feldschlösschen zu kommen. Leider waren die Besucher des Zollis später dran und hatten das Pech, verregnet zu werden. Das tat aber der Stimmung keinen Abbruch und so griffen die Musikanten noch einmal zu den Instrumenten und bliesen im Feldschlösschen in bester Laune den Schlussmarsch. Danach wurden die Gäste zum Badischen Bahnhof begleitet und freundschaftlich verabschiedet. Ich glaube, dass es allen Beteiligten einen guten und nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat.»

125 Jahre Feuerwehr-Verein Basel-Stadt

Das Jubiläum 1979 wurde von Richard Lustenberger präsidiert, der gleichzeitig als Vereinspräsident amtete. Über die Vorbereitungsarbeiten wurde die Generalversammlung schon im Vorjahr informiert. Es war alles bestens geplant, denn auch die 125-Jahr-Feier sollte in würdigem Rahmen ablaufen. Nach einem unverschuldeten harzigen Start gingen dann die Festlichkeiten problemlos über die Bühne, wie der nachfolgende Kurzbericht des OK-Präsidenten zeigt. Seine Ausführungen wurden als Ergänzung dem Jahresbericht 1979 angefügt.

Festablauf: Freitag, 31.8.79, Öffnung Quartierbüro 17.00 Uhr, Standort vor der Werkfeuerwehr Sandoz.

Samstag, 1. Sept. 1979, Quartierbüro offen ab 09.30 Uhr.

 

14.00 Uhr Platzkonzert (FW-Musik Haagen hat abgesagt), St. Louis will einspringen, sagt aber im letzten Moment ab. Spielmannszug Säckingen wird kommen. Eintreffen der Säckinger aber erst gegen 16.00 Uhr. Eine Fasnachtsclique springt hilfreich ein.
14.30 Uhr Zwischenprogramm für die Damen, Abfahrt zur zweistündigen Stadtrundfahrt mit Zvierihalt.
15.00–19.30 Uhr Festakt im Sandoz Auditorium, Apéro und Bankett im Bell Personalrestaurantca. 300 Personen. Jedes Mitglied erhält gratis 2 Bankettkarten.
Ab 19.30 Uhr Transport mit BVB-Bussen ins Gundeli-Casino.
20.00 Uhr Gundeli-Casino, grosser Bunter Abend. Spielmannszug Säckingen eröffnet mit rassigen Rhythmen das Programm. Conférance: Fritz Leuenberger, Basel; Majorettes de Hegenheim in mehreren tollen Auftritten, grosse Begeisterung unter den Feuerwehrleuten. Als Höhepunkt in einer einstündigen Schau, Otmaro und Partnerin (Zauberkunst und Massenhypnose). Ab Mitternacht eine Stunde Freibier, gespendet von der Brauerei Cardinal. Tanz bis 03.30 Uhr mit dem Trio Rentsch, Ammerzwil (BE).

Sonntag, 2.9.1979

10.00 Uhr Wachbesichtigung im Lützelhof und des Löschbootes auf dem Rhein. Nach einem gemeinsamen Mittagessen (ca. 100 Personen) Schlusstrunk im Feuerwehrkeller um 16.00 Uhr.

 

Am Festakt in der Sandoz erhielten wir sehr viele schöne Geschenke überreicht. Daselbst wurden auch die Ehrungen vollzogen.» Der Bericht schliesst mit dem Dank des Präsidenten an alle Helfer und – zum letzten Mal – dem Wahlspruch: Dem Feuer zum Trutz, dem Bürger zum Schutz, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. (Der Vereinspräsident gab an dieser GV – es war die von 1980 – seinen Rücktritt bekannt. Er wurde zum 2. Ehrenpräsidenten gewählt, was dem Ersten, Erhard Höflin, schwer auflag. In der Folge wurden die Statuten dahin geändert, dass bis zum Ableben des Ehrenpräsidenten kein anderer nominiert werden kann.)

Verehrte Generalversammlung

Generalversammlungen sind etwas ganz Besonderes. Die eines Vereins sowieso. Wer erinnert sich nicht an Emils (Emil Steinberger, Kabarettist) Nummer zu diesem Thema? Das Ritual und der Singsang, mit dem die immer gleichen Traktanden und Geschäfte heruntergeleiert werden, sind schon einzigartig (meeerr chömmet jetz zum Kassebrrichdd). Gegeben logischerweise auch durch die gesetzlich vorgeschriebenen Regeln einer solchen Veranstaltung. Es gab Jahre, in denen der Präsidentenbericht bis auf wenige Zeilen absolut identisch mit denen der Vorjahre war. Es gab regelmässig Tadel: «Unser Ehrenpräsident konnte den Film vorwiegend den leeren Stühlen zeigen, denn es waren nur 11 Kameraden anwesend, was für den Verein keine Ehre ist» (1955). Es gab Ermahnungen: «Leider musste ich feststellen, dass die durch den Vorstand organisierten Anlässe noch immer mangelhaft besucht werden» (1967), den Appell an die Solidarität und Kameradschaft unter Feuerwehrsleuten: «…Sind es doch immer die gleichen Kameraden, welche sich zur Verfügung stellen» (1970) und immer wieder die gleichen Wünsche: «Ich fordere euch deshalb auf, uns auch in diesem Jahr aktiv zu unterstützen und an den Anlässen teilzunehmen» (1990). Was half’s? Es sind immer die gleichen geblieben, die am Karren zogen oder ihn aus dem Dreck rissen. Aber gerade das ist es, was wohl jeden Verein am Leben erhält. Die Präsidenten, Vorstände, Mitglieder, die nie müde werden, dem Verein Impulse zu geben und das oft über Jahre hin. Ist es zu verdenken, wenn einer dann mal resigniert am Rednerpult steht und die Generalversammlung anfleht: «Es wäre für mich eine grosse Entlastung, wenn Sie mich, liebe Kameraden, durch einen tatkräftigen Ersatz ablösen könnten». Dieser Satz stand allerdings am Anfang einer Präsidentenkarriere und so war jenem die Wiederwahl (ungewollt) sicher. So geschehen 1955. Er blieb Präsident bis ins Jahr 1964, in dem er dann allerdings während des Vereinsjahres «aus gesundheitlichen und triftigen persönlichen Gründen» schriftlich seine Demission bekannt gab.

Anonyme Post

Selbst Anfeindungen hatte (und hat?) ein Präsident zu ertragen, so wurde an einer Halbjahresversammlung, zu welcher der Präsident (entschuldigt!) zu spät kam, kritisiert, dass er die Interessen seiner Familie über die des Vereins stelle ... Einer für alle – aber nicht alle für einen ... Eine anonyme Diffamierung (per Postkarte) zeigte, dass es auch mit der Kameradschaft manchmal nicht allzu weit her war. Der Schreiber wurde an der Generalversammlung – nachdem das Pamphlet vorgelesen wurde – aufgefordert, den Saal unverzüglich zu verlassen, sofern er anwesend sei. Der anonyme Schreiberling liess sich aber nicht enttarnen oder er war tatsächlich gar nicht im Saal.

Achtung Aufnahme

Auch in den 70er-Jahren ging es manchmal an den Generalversammlungen hoch zu und her. Schuld war meistens das liebe Geld. Man teilte «Lügner» und «Bescheisser» aus, so dass der Präsident beschloss, ein Tonbandprotokoll anzulegen, um dies gegebenenfalls an einer nächsten Versammlung vorzuspielen, «denn es scheint sich beim Feuerwehrverein zu etablieren, auch auf Beschlüsse der letzten Generalversammlung zurückzukommen und sie in Frage zu stellen. So kann es ja nicht weiter gehen».

Lang, länger, kurz

Dass sich Generalversammlungen in Folge zahlreicher Traktanden und den dazu gehörenden noch zahlreicheren Traktaten schier endlos in die Länge zogen, wundert nicht. Nicht selten waren bis zu zehn Geschäfte zu behandeln. Wenn dann der Präsident um 23.25 Uhr die Generalversammlung als geschlossen erklärte (sie begann um 20.15 Uhr, dauerte also über 3 Stunden!), blieb nicht mehr viel Zeit für den gemütlichen Teil. Bei Würstli mit Kartoffelsalat und ein paar Bieren liess man den späten Abend ausklingen. Einem Präsidenten war diese Art von Versammlung endgültig verleidet. Beim Verlesen seines letzten Jahresberichts (1985) gab er bekannt, dass er – um Zeit zu sparen – auf das verflossene Jahresprogramm nicht mehr eingehe. Wen’s interessiert, der könne dies in den Protokollen nachlesen. So war jene GV wohl kürzer und der Präsident konnte «länger festen», wie er sich das wörtlich gewünscht hatte. Der Vorstand hat den jungen Nachfolger dann wohl an die guten Sitten einer GV erinnert. Im Jahr darauf wurde auf alle Fälle wieder ein Tätigkeitsbericht verlesen. (Der Chronist dankt ihm dafür – auch er muss jetzt nicht alles in den Protokollen nachlesen.) Zu erwähnen ist noch, dass der Präsidentenbericht für das Jahr 1983 erstmals auf dem Computer geschrieben wurde. Nach 64 Jahren wurde damit die Schreibmaschine abgelöst.

Zu guter Letzt

Allen Feuerwehrkameraden sei aber an dieser Stelle versichert, dass eine Generalversammlung heute noch höchstens eineinhalb Stunden dauern soll. Sie beginnt schon um 19.30 Uhr und nach 21 Uhr wird das Essen serviert. Es bleibt somit viel Zeit für das gesellige Beisammensein. Vergessen darf man dabei auch nicht den traditionellen Schlummertrunk in unserem Feuerwehrkeller. Es lohnt sich also, wieder einmal eine Generalversammlung zu besuchen!

Geld und Geist

Die Vereinskasse

Das Jahr 1954 schloss mit einem ausgewiesenen Vermögen von 1'877.90 Franken ab. Allerdings waren darin die Aufwendungen und Zuschüsse für das Jubiläumsjahr nicht eingeschlossen, diese sollten im Kassabericht des folgenden Jahres detailliert aufgeführt werden.

Im Revisorenbericht von 1955 können diese Geschäfte «soweit sie mit der ordentlichen Kassaführung in Zusammenhang stehen, als geprüft und für richtig befunden» erklärt werden. Die Rechnung konnte aber noch immer nicht abgeschlossen werden, da weiterhin Rechnungen ausstanden. Der Kassier wurde daraufhin ersucht, später einen gesonderten Bericht vorzulegen. Die Revisoren empfahlen, den Abschluss der 100-Jahr-Feier in die Buchführung von 1955 zu übertragen. Ein paar Votanten störten sich am Fehlbetrag von 95 Franken, den der Kassier auf das «Gstürm» mit der 100- Jahr-Feier zurückführte. Der Kassabericht wurde daraufhin genehmigt und dem Kassier Décharche erteilt.

Vermögenszunahme und Rüge

In den nächsten Jahren erhöhte sich unter der Leitung eines neuen Kassiers das Vereinsvermögen stetig, da sich die Beteiligung an diversen Festlichkeiten (u. a. 2000 Jahre Basel, Unifest) bezahlt machte. Nach Revisionsbericht vom 12. Februar 1962 wäre ein Vermögen von 5'705.25 Franken vorhanden gewesen. Wäre, doch die Revisoren konnten das tatsächliche Vorhandensein dieser Summe nicht bestätigen, da 4'000 Franken in ausländischen Wertpapieren angelegt wurden. Prompt wurde der Vorstand und namentlich Präsident und Kassier gerügt, «da sie ihre Ausgabenkompetenzen, die ihnen zustanden, wiederholt negiert und mit Absicht überschritten hatten». Der Kauf und Handel mit Wertpapieren in dieser Grössenordnung hätte der Zustimmung der Generalversammlung bedurft. Die Revisoren empfahlen daher, die Rechnung per 1961 zu genehmigen, jedoch den Kassier nicht zu entlasten, sondern Stellung zu beziehen und «nach Gutdünken Beschluss zu fassen.» Der Kassier gab dann in seiner Wortmeldung bekannt, dass der Präsident und er gemäss Obligationenrecht für den Fall des Verlusts mit ihrem Privatvermögen haften. Der Vorstand habe an seiner letzten Sitzung beschlossen, weitere Papiere zu kaufen und aus diesem Grund der Generalversammlung den folgenden Antrag zu stellen: «Dem Vorstand soll die Art der Anlage des Vereinsvermögens überlassen werden, seien es Sparbüchlein oder gute Obligationen, die für den Verein schön gewinnbringend sind. Die Haftung mit dem Privatvermögen bleibe bestehen.» Das schien die Generalversammlung zu überzeugen. Der Antrag wurde gutgeheissen und dem Kassier daraufhin Décharche erteilt. In der Folge hatte der (immer noch gleiche) Kassier für Jahre Ruhe. Seine Kassaführung wurde nicht mehr angefochten und an den nächsten Generalversammlungen erteilte man mit Beifall Décharge.

Wer prüft was?

Komplikationen gab es dann wieder im Geschäftsjahr 1971 (Revision am 29. Januar 1972): Die Abrechnung des Wirtschaftbetriebes hätte vom Vorstand geprüft werden müssen, bevor diese Eingang in die Vereinskasse fand. Da die Belege jedoch nicht geprüft wurden, empfahlen die Revisoren, die Jahresrechnung nicht zu genehmigen. Sie schlugen vor, dass eine Kommission bestimmt wird, welche die offenen Fragen klärt und gegebenenfalls einen Treuhänder ernennt, der den Restaurationsbetrieb überprüft, von der Vereinskasse trennt und Vorschläge zur Vereinfachung des Abrechnungswesens unterbreitet. Das nicht bestätigte Vereinsvermögen belief sich auf 7'858.15 Franken. Die Generalversammlung beschloss, den Kassier für die Vereinskasse zu entlasten, verlangte aber die Prüfung der Wirtschaftskasse, die an der kommenden GV zu genehmigen sei.

Danach war die Welt wieder in Ordnung. Die Vereinswirtschaft warf gute Gewinne ab. Vom Vermögen per 31. Dezember 1977 von 27'510.95 Franken wurden 5'000 Franken in einen Jubiläumsfonds gelegt, der bis zum 125. Geburtstag im Jahre 1979 auf 11'000 Franken anwuchs.

So, und wer macht jetzt die Kasse?

An der Generalversammlung 1980 gerieten allerdings einige Mitglieder mit dem Vorstand und dem Kassier in Streit, weil angeblich im letzten Kassabericht andere Zahlen über das gesamte Vereinsvermögen genannt wurden. Der Vorstand wies alle Anschuldigungen zurück. Genug von all den Vorwürfen hatte schliesslich der Kassier – er demissionierte unverzüglich und sein Posten blieb vorläufig vakant. Dieser Vorfall liess den Präsidenten einen geharnischten Bericht verfassen, in dem er unter anderem kundtat, dass es nicht angehe, mit unqualifizierten Anschuldigungen den Rücktritt von Vorstandsmitgliedern zu provozieren. Diese Angelegenheit beschäftigte den Vorstand noch an zwei weiteren Sitzungen. In der Sitzung vom 11. April 1980 wurde die Kasse an eine Kassierin übergeben, welche die Geschäfte bis zum Jahresende führen wollte.

Und wieder Ärger

1983 entdeckten die Revisoren diverse Falschbuchungen in der Vereinswirtschaftsrechnung 1982, die korrigiert und berichtigt werden mussten. Eine dazu eingesetzte Untersuchungskommission verlangte zudem die Rückforderung eines anscheinend aus dieser Kasse gewährten Darlehens. Die so berichtigte Jahresrechnung würden die Revisoren zur Annahme empfehlen, liessen sie verlauten. Der Vorstand beschloss allerdings, die Jahresrechnung an der Generalversammlung erst gar nicht vorzulegen, sondern den Antrag zu stellen, die 5-köpfige Untersuchungskommission mit einem Treuhänder zu ergänzen. Die Rechnung soll schliesslich an einer ausserordentlichen Generalversammlung vorgelegt werden. Diesem Antrag stimmte die Generalversammlung zu. Das Darlehen wurde übrigens pünktlich zum vereinbarten Termin zurückbezahlt.

Harsch war der Ton der Revisoren dann nochmals bei einem Nachtrag zu den Rechnungen 1983 und 1984. Sie hielten dem Kassier vor, die verlangten Gewinn- und Verlustrechnungen nicht zur Revision vorgelegt zu haben, was zu erheblichen Differenzen führte. Auch wurde bemängelt, dass der Budgetvergleich per 1983 und 1984 nicht stimme. An der Generalversammlung vom 28. Januar 1984 konnte der Kassier Entwarnung geben: Die Gewinn- und Verlustrechnungen lagen geprüft vor, die Budgets wurden erklärt. Ein Posten von 1'500 Franken war für Umbauarbeiten im Vereinslokal vorgesehen. Bankzinsen und die Verrechnungssteuergutschrift waren ebenfalls aufgeführt. Die Generalversammlung hiess darauf sowohl Rechnung wie Budget gut. Im Übrigen hielt man an vier Revisoren fest, um Vereinskasse und Wirtschaftskasse korrekt prüfen zu können, denn genau da lag der Hase im Pfeffer. Es war immer wieder die Wirtschaftskasse, die Probleme schuf. Die Differenz von Einkaufsaufwand zum Verkaufsertrag konnte nie genau ermittelt werden, da mangels Fachkenntnissen keine genaue Inventur gemacht werden konnte. Der Verkaufswert von angebrochenen Flaschen, die Esswarenbestände sowie Abschreibungen für verdorbene Ware oder nicht bezahlte Konsumationen bewertete man mit einer Pauschale, die regelmässig zu niedrig angesetzt war. Der Verlust von über 3'000 Franken war schmerzlich, aber der Kassier konnte an der Generalversammlung von 1985 dennoch verkünden, dass das Vereinsvermögen dank vorzüglicher Arbeit des Vorstands wieder zugenommen hatte.

Endlich Ruhe

Nicht dass die Rechnungsprüfer grosszügiger geworden wären, das gewiss nicht, aber der Kassier und seine Nachfolger hatten jetzt die Kasse gut im Griff oder wenigstens das Glück, dass auch die Vereinswirtschaft keine grösseren Probleme mehr aufgab. Dank sei auch den hilfreichen Computerprogrammen, die eine Vereinsbuchhaltung zum heute einfachen Übungsfeld für werdende Kaufleute machen. Das Vereinsvermögen, das es per Generalversammlung 2004 zu verwalten gilt beträgt 44’575.35 Franken.

Die Kameraden im In- und Ausland

Ob und wieweit Beziehungen zu den Feuerwehrkameraden in der Nachbarschaft gepflegt wurden, geht aus dem Bericht über die ersten Jahre der Vereinsgeschichte nicht deutlich hervor. 1864 kritisierten zwar einige Sappeure, dass nur Offiziere zu Feuerwehrsfesten durften; wo überall diese Feste stattfanden, ist jedoch nicht bekannt.

Blick über den Tellerrand

Eine erste freundnachbarliche Beziehung über die Landesgrenze hinweg entstand wohl erst 1882 nach Freiburg im Breisgau. Von 1871 bis zum Ersten Weltkrieg gab es auch nur eine Grenze in der unmittelbaren Nachbarschaft, jene zum Deutschen Reich. Grenzübertritte waren problemlos möglich, ob nun nach St. Ludwig (St-Louis), Hüningen (Huningue), Weil oder Lörrach. Sankt Ludwig und Lörrach waren zudem bequem mit der Basler Strassenbahn erreichbar. Dieses Kapitel und die Zwischenkriegszeit gehört aber zur Vereinsgeschichte der ersten 100 Jahre, weshalb wir hier nicht weiter darauf eingehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Eine Wiederaufnahme der Beziehungen – vor allem nach Deutschland – war schwierig. Die ersten Besuche ennet der Grenze galten denn auch 1947 und 1948 den Kameraden im elsässischen Bourgfelden, die man zuletzt 1938 traf. Erst 1950 knüpfte man neue Beziehungen zur badischen Nachbarschaft, zuerst zu den Feuerwehrkameraden in Brombach und Haagen im Wiesental. Ein Jahr später folgte eine Delegation des Feuerwehrvereins Basel-Stadt einer Einladung nach Freiburg im Breisgau. Damit war der Weg geebnet für zahlreiche Besuche und Gegenbesuche, seien es bei oder von französischen als auch deutschen Feuerwehrkameraden. Besonders die Beziehungen zu den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Lörrach werden bis heute intensiv gepflegt. Legendär sind die Zusammenkünfte mit den Lörracher, Brombacher, Haagener, Hauinger, Inzlinger und Weiler Kameraden an deren Familienabenden oder Hauptversammlungen.

In der Schweiz erfolgten die ersten Besuche nach der 100-Jahr-Feier 1961 in Bern und 1964 in Biel. Die beiden Städte sind seither ein fast alljährlich wiederkehrendes Besuchsziel.

Knöpfe zu!

Besuche zu offiziellen Anlässen erfolgten in Uniform. 1956 gab dies Anlass für einen Antrag an die Vereinsleitung mit dem brisanten Inhalt: «Bei uniformierten Auftritten ist ein Delegationschef zu bestimmen, der für Ordnung und anständiges Benehmen zu sorgen hat.» Anscheinend gab es Auswüchse beim letzten Auftritt in Leymen. Ein Jahr später kritisierte ein Auswärtiger «die mangelhaften Tenues der Basler Kameraden». Um Auswüchse zu vermeiden und die Feuerwehr vor Blamagen zu schützen, mussten später Uniform-Bewilligungen eingeholt werden. Inzwischen sind die Auftritte in Uniform seltener geworden und beschränken sich heute auf offizielle Anlässe und Bestattungen. Uniform tragen nur noch der Präsident, der Fähnrich und die Offiziere. Die Ausgangsuniform für die Mannschaft wurde 2000 abgeschafft.

Bottrop Mitte

Besonders gut versteht man sich auch mit den Kameraden im doch eher weiter entfernten Bottrop. An den Feuerwehrwettkämpfen 1964 in Mühlhausen waren die Basler Wettkämpfer Zeltkameraden von einer Delegation aus Bottrop. Man verstand sich prächtig und so beehrten die Bottroper den Feuerwehrverein Basel-Stadt mit einem Besuch an der Fahnenweihe im gleichen Jahr. Flugs startete eine Basler Delegation zum Gegenbesuch anlässlich der 60-Jahr-Feier des Löschzuges «Boy» Bottrop. Die Freude an Auslandbesuchen war in diesen Jahren besonders gross: 1965 ging es nach Adelsheim im Odenwald und nach Köngen bei Stuttgart. 1966 war wieder Bottrop an der Reihe. Anlass war die 75-Jahr-Feier des Löschzugs I-Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr. Hier der Bericht der Technischen Kommission: «Der Vorstand beschloss an seiner Sitzung vom 16. Mai eine Delegation zu entsenden und bewilligte zu diesem Zweck 200 Franken Reisespesen sowie 80 Franken für ein Präsent in Form einer Wappenscheibe. In der Folge befasste sich die Kommission an der Sitzung vom 29. August mit den Vorbereitungen. So wurde beschlossen, eine uniformierte Abordnung, bestehend aus Kameraden der Wettkampfgruppe 63 zu bilden. Ferner wurde beschlossen, mit der Vereinsfahne an der angekündigten Totenehrung teilzunehmen. Um rechtzeitig in Bottrop einzutreffen, wurde die Hinfahrt auf den Vorabend festgelegt, während die Rückfahrt am Sonntagnachmittag erfolgen sollte. Der Vorstand wurde über diese Massnahmen in der Sitzung vom 12. September orientiert.

Die Umfrage bei den Kameraden ergab schliesslich 5 Anmeldungen, sodass die Delegation beschloss, in zwei Personenwagen zu fahren. Die Abgeordneten wurden in Bottrop freundlich empfangen und für die Dauer des Besuches in den Familien der ehemaligen Zeltkameraden herzlich aufgenommen. Das überbrachte Geschenk des Vereins, eine Wappenscheibe mit Feuerwehremblem, erweckte grosse Bewunderung. Wie die Hinfahrt, so verlief auch die Rückfahrt der Delegation gut und deren Teilnehmer haben dazu beigetragen, die Bande der Freundschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop zu festigen und weiterhin aufrecht zu erhalten.» Nach Bottrop ging es wieder 1972. 1978 statteten die Kameraden aus Bottrop Basel einen Besuch ab, 1979 und 1980 pilgerten die Basler wieder ins Ruhrgebiet. 1982 besuchte eine Delegation aus Bottrop zusammen mit den Baslern die Kameraden in Biel, 1984, 1990, 1991 war wieder eine Basler Delegation in Bottrop. 1994 wurde eine Zweierdelegation zur Bestattung von Brandrat a. D. Willi Seidel nach Bottrop entsandt. 1997 kamen Vertreter der Jungfeuerwehr Bottrop nach Basel. 2003 fuhr wiederum eine Basler Delegation nach Bottrop zum Geburtstag der FF Bottrop Altstadt, der unter dem Motto «Ihr Notruf 112 – unser Geburtstag» stand. (112 ist in Deutschland die Notrufnummer der Feuerwehr.)

Weitere Besuche im Ausland

1956 Montbéliard, 1959 Strasbourg, 1962 Freiburg, 1963 Mulhouse, 1972 Salzburg, 1973 Hänner (Keis Waldshut), 1976 Freiburg, 1980 Hannover und Besuch der FF Salurn (Südtirol, I) in Basel, 1984 Klingenberg/Main, 1985 der Gegenbesuch, 1988 Fuschl am See (A), 1989 Klingenberg/ Main, 2002 und 2003 Bobengrün (Franken, D).

In der Region

Wie schon erwähnt, besuchte man die Kameraden in Lörrach und Haagen (Brombach) jedes Jahr. Dazu kamen die nachfolgenden Besuche in der Region: 1958 Hegenheim, Haltingen; 1962 Kandern, Village-Neuf, Pfaffenweiler, Auggen; 1963 Müllheim; 1965 Bad Krotzingen; 1966 Blansingen; 1969 Müllheim; 1970 Muttenz, Schliengen/Mauchen, Bad Krotzingen; 1972 Münchenstein, Neuenburg (D); 1974 Sissach; 1977 Hésingue; 1979 Hésingue, St-Louis; 1980 Huningue; 1984 Allschwil; 1985 Breisach; 1987 Village-Neuf; 1989 St-Louis; 1990 Weil am Rhein; 1992 Reinach BL; 1994 St-Louis. Der letzte Grossanlass in der Region war das 125-Jahr-Jubiläum des Basellandschaftlichen Feuerwehrverbandes am 24./25. Mai 2003 in Liestal – ein tolles Fest!

In der Schweiz

Die Kameraden in Bern und Biel besuchte man praktisch jedes Jahr. Dazu kamen Besuche 1983 in Studen, 1992 war eine Delegation aus Belp in Basel, 1993 erfolgte der Gegenbesuch in Belp. Weitere folgten.

*Alle Besuche ausgenommen Sportanlässe. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit.

Familiäres

Die Familienanlässe gehörten schon früh zu den gesellschaftlichen Höhepunkten im Vereinsjahr. Darunter war der Familienausflug, dem wir uns gleich anschliessend widmen, schon in den Protokollen vor 1950 Tradition. Beginnen wir aber auch hier erst nach der 100-Jahr-Feier: 1955 und 1956 ging es ins Blauen-Gebiet (Spielwiese der damaligen Birsigtalbahn), 1957 auf die Schönmatt. Die Ausflüge der nächsten Jahre fielen buchstäblich ins Wasser, 1963 fand man den Bummel dann gar nicht mehr im Programm. 1964 erinnerte man sich schliesslich des «traditionellen Familienbummels auf die Sichtern ob Liestal», wohin er vor 1955 regelmässig führte. 1965 machte das Wetter aber schon wieder einen Strich durch die Rechnung. Bis 1969 blieb es dann aber bei diesem Bummelziel. Die nachfolgenden Berichte stammen aus jenen Jahren.

Sichtern

Es wird aber auch klar, dass sich dieser Ausflug nicht immer gleicher Beliebtheit erfreute. Mal ist von «leider sehr geringer Teilnehmerzahl», dann wieder von einem «vollen Erfolg» die Rede. Oft lag die Schuld für eine geringe Teilnahme aber beim Wetter. 1966 gab es zum Beispiel Anlass zur einer Terminverschiebung, die dann zur Folge hatte, dass keine einzige Anmeldung einging. Die Organisatoren beschlossen dennoch, mit ihren Familien loszuziehen: «Erst musste aber noch ein neuer Pfadikessel besorgt werden, da der andere im Privatbesitz eines Kameraden war, der in den Ferien weilte. Das schöne Wetter lockte schliesslich doch noch weitere Mitglieder auf die Sichtern und so konnte der neue Kessel würdig eingeweiht werden.»

Nebel und Rauch

Weniger wohlgesinnt war Petrus den 15 Erwachsenen und 17 Kindern am Ausflug vom 9. Juni 1968: «Am Sonntagmorgen, bei bewölktem Himmel, begaben sich die Teilnehmer in Autos und zum Teil mit der Bahn zum Ausflugsziel, auf die Sichtern ob Liestal. Dort hing der Nebel bis tief in die Baumwipfel, begleitet von feinem Regen. Dies vermochte jedoch die Organisatoren nicht von ihrem Optimismus abzubringen. Schon bald brannte an der Kochstelle ein währschaftes Feuer und durch das Auflegen von nassen Tannenästen entstand der nötige Rauch, der den Nebel in die Flucht schlug. Der Festplatz wurde bestückt mit Tischen und Bänken, dem Spielsalon und dem Getränkeladen. Nachdem sich auch die letzten Pessimisten mit einiger Verspätung eingefunden hatten, kochte bereits die Suppe im Kessel und die Würste drängten sich gegenseitig im heissen Wasser. Die Fassmannschaft pendelte zwischen Kochstelle und Kantine, worauf die normale Ruhe eintrat, die dann später dem Kaffeejass und den zugehörigen Geräuschen weichen musste. Die Kinder vergnügten sich am Ballenstand (zur Verfügung gestellt von der Feuerwache Basel), mit Seilziehen, Pfeilwerfen und Ballspielen. Der Nachmittag verging schnell und mit Eintritt der abendlichen Kühle wurde das Lager abgebrochen, die Utensilien verladen und die Rückkehr nach Basel angetreten.»

Donnerwetter

Ein Jahr später, am 15. Juni, war es schwülheiss wie es in dieser Jahreszeit eher selten ist. Die Ausflügler vergnügten sich bis in den späten Nachmittag. Aber dann kam’s: «Das heranziehende Gewitter überraschte uns mit solcher Heftigkeit, dass nur noch die Zuflucht in die Autos blieb, denn auch das provisorische Plastikdach über dem Jasstisch versagte seinen Dienst. Der dem Gewitter nachfolgende Regen zwang uns zum raschen Verladen und zur Rückkehr nach Basel.»

Die weiteren Familienbummel 1970 bis 1972 nicht im Programm; 1973 Eglisgraben; 1974 Rheinfelden per Schiff; 1975 nicht im Programm; 1976 Mulhouse, Eisenbahn-Museum; 1977 Zolli, Basel; 1978 Heidelberg(!) mit Kameraden aus dem Kreis Lörrach; 1979 Hotzenwald mit Kameraden aus dem Kreis Lörrach; 1980 Europapark, Rust; 1981,1982 und 1983 wetterbedingt ausgefallen; 1984 Pfeffingen; 1985 Reinacherheide. In den nächsten Jahren kann man wieder von einem «traditionellen Ausflugsziel » reden: Von 1986 bis 1992 ging es zum Sportplatz Sandgrube im Kleinbasel, wobei 1987 der Regen den Ausflug ausfallen liess. 1993 wanderte man dann auf die Höhe zwischen Allschwil und Oberwil. 1994 ging’s nach Hauingen (D), 1995 nach Bubendorf, 1996 nach Läufelfingen, 1997, 1998 und 1999 nach Lörrach; 2000 abgesagt, nur 10 Anmeldungen; 2001 Pfadihütte, Muttenz; 2002 wieder abgesagt, es gab zu wenig Anmeldungen. 2003 sogar nur noch eine einzige … War und ist es das Ende dieser schönen Tradition?

Die Weihnachtsfeier

Wenn man den Protokollen von 1954 bis 2003 Glauben schenken darf – und das tun wir selbstverständlich – dann ist die Weihnachtsfeier zusammen mit der Generalversammlung der Anlass, der in all diesen Jahren nie, aber auch gar nie ausgefallen ist. Während über 20 Jahren ging die Feier im Saal des SMUV über die Bühne, danach war man Gast im Unionssaal des Volkshaus. Die Weihnachtsfeier 2003 fand erstmals «im Grünen» statt. Das Clubhaus der Polizeifussballer bei den Sportanlagen St. Jakob bot den gemütlichen Rahmen dazu. In den 50er und 60er-Jahren wurde im Saal des Restaurants Feldschlösschen am Spalenberg gefeiert. Wie so ein Anlass ablief, zeigt uns der Bericht von 1969. Zu bemerken ist noch, dass im Vorfeld der Weihnachtsbescherung jeweils Bittschriften (bei den Empfängern Bettelbriefe genannt)an Basler Unternehmen verschickt wurden, mit dem Ersuchen um Geld- oder Sachspenden. So musste der Feuerwehrverein nicht alles aus der eigenen Tasche berappen. Nun, war die Aktion erfolgreich abgeschlossen, gingen die freiwilligen Helfer daran, die Geschenke zu verpacken und die Klaussäcke zu füllen. In diesem Jahr gab es als Geschenk (für Kinder!) eine Tasse mit Untertasse sowie einen Dessertteller aus Porzellan (wohl ein Liquidationsposten eines Basler Haushaltgeschäfts). Der Klaussack enthielt Nüsse, Mandarinen, Äpfel, Schokolade und einen Grättimaa. Diese Arbeit wurde gleich im Saal des Restaurant verrichtet. Bevor man ans Werk konnte, mussten allerdings die Überbleibsel einer Feier vom Vortag beseitigt werden, was nicht unbedingt Aufgabe des Feuerwehrvereins gewesen wäre. Nachdem die Geschenke verpackt und alle Säcke gefüllt waren, wurden die Tische mit neuen (Papier)-Tüchern versehen. Darauf hin konnte man sich endlich der Saaldekoration widmen: «Dabei traf uns schon die erste Überraschung mit der Mitteilung des Lokalwirtes, wonach für unsere Weihnachtsfeier kein Weihnachtsbaum zur Verfügung sei. Umgehend wurde dieser Missstand behoben, indem zwei Kameraden loszogen und einen Baum einkauften. Der Präsident holte zu Hause den Baumschmuck und ein weiterer Kamerad hatte auch schon die elektrischen Kerzen zur Hand. So wurde innert kurzer Zeit ein prachtvoller Weihnachtsbaum hergerichtet, wie er wohl noch selten im Restaurant Feldschlösschen zu sehen war (was bei dem Wirt wohl keinen wundert). Die weitaus schlimmere Meldung ging telefonisch ein: Der Ehrenpräsident, der sich bereit erklärt hatte, den Kindern eine Weihnachtsgeschichte vorzutragen, konnte wegen Krankheit an der Feier nicht teilnehmen. Da war guter Rat teuer; die kurze Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung reichte nicht aus, anderweitig einen Vortragenden zu finden. Die Feier begann mit der Begrüssungsansprache des Präsidenten, der gemeinsam gesungene Weihnachtslieder folgten. An Stelle der im Programm vorgesehenen Weihnachtsgeschichte wurde von Kindern ein Flötenspiel dargeboten. Für die musikalische Begleitung am Klavier hatte sich die Tochter eines Kameraden zur Verfügung gestellt. Dann endlich betrat der Santiglaus mit lautem Gebimmel den Saal. Wiederum war es eines unserer Aktivmitglieder, das dieses Amt übernommen hatte. Mit zarten Stimmen sagten die Kinder ihre Verslein auf und durften dafür gute und nützliche Geschenke entgegennehmen. Danach stärkten sich die Kleinen mit Grättimaa und Ovomaltine und die Erwachsenen versuchten, die Brenndauer einer Kerze sowie die Anzahl der in einer Dose enthaltenen Kaffeebohnen zu schätzen. Als Preise für die Gewinner der beiden Spiele (die Teilnahme war kostenpflichtig) standen ein Geschenkkorb und eine Küchenuhr bereit. Zur weiteren Unterhaltung der von einem Kameraden vorgeführte Farb-Ton-Trickfilm, der bei Gross und Klein Heiterkeit erweckte. Damit fand der feierliche Nachmittag seinen Abschluss.» (Die in Klammern und kursiv gesetzten Bemerkungen stammen vom Chronisten.)

Die grösste Teilnehmerzahl verzeichnete die Feier von 1962. Über 70 Kinder nahmen angeblich daran teil, begleitet von Eltern, Grosseltern, Tanten, Onkels etc. Bei der letzten Weihnachtsfeier waren es noch genau 16 Kinder. Obwohl sich die Mitgliederzahl von damals 168 auf heute 223 erhöhte, sind doch deutlich weniger Kinder anzutreffen. Vermutlich sind die strammen Feuerwehrmänner einfach noch weniger zu Hause als früher. Übrigens: Als langjährige, bewährte Santikläuse wirkten Rolf Kaiser und Peter Ott. Letzterer waltet noch immer seines Amtes.

Schnitzeljagd

Es sind natürlich weder Wiener- noch Rahmschnitzel, die im nachfolgenden Bericht gejagt werden, sondern einfache, bestenfalls bunte Papierschnitzel. Im Duden werden diese auch als Schnipsel aufgeführt. Allerdings erwähnt auch der Duden die Schnitzeljagd und nicht etwa eine Schnipseljagd. Gejagt werden aber weder die Schnipsel noch die Schnitzel, sondern man folgt ihnen raschestens – jagt ihnen nach – sofern man sie am Boden findet. Eine Schnitzeljagd fand erstmals wohl am 5. März 1950 statt. Am 29. Januar 1949 wurde ein Winterspaziergang durchgeführt, der möglicherweise Auslöser für die künftige Veranstaltung war. Der Allschwilerwald war Durchführungsort für die Schnitzeljagd vom 19. Januar 1958, 24. Januar 1960 und 10. April 1961. Am 18. März 1962 begab man sich in den Hardwald bei Birsfelden und am 17. Februar 1963 bei Eis und Schnee zum Heiligholz in Münchenstein. In der Folge war wieder der Allschwilerwald Austragungsort, so am 23. Februar 1964, 20. Februar 1966, 18. Februar und 8. September 1968 und 21. März 1971. Danach verschwand die Schnitzeljagd aus dem Veranstaltungsprogramm des Vereins.

Bericht

«Am Sonntag, den 18. Februar führten wir wieder einmal unsere traditionelle Schnitzeljagd durch, für welche sich 15 Erwachsene und 10 Kinder angemeldet hatten. Drei Kameraden waren damit beschäftigt die Schnitzel im Wald zu verstreuen, als wir uns um 0845 Uhr am Allschwilerweiher trafen. Die Schnitzeljagd begann um 0900 Uhr bei schönstem Wetter und recht guter Stimmung. Einer der Kameraden bereitete unterdessen das Feuer vor, worin nach beendeter Schnitzeljagd die Klöpfer gebraten wurden. Zum Trinken gab’s Kaffee und Wein sowie Scharfgebrannten (Letzteres natürlich nur für die Erwachsenen).

Zum Mittag brach die Feuerwehrfamilie auf, um dann im Restaurant Paradies noch einen Apéritif zum Abschluss des schönen Morgens zu genehmigen. »

Die zweite Schnitzeljagd fand bei besten Bedingungen am Sonntag, 8. September statt.

Es gab und gibt auch noch andere Familienanlässe, die aber nie so regelmässig durchgeführt wurden wie die eben beschriebenen. Eine Ausnahme bildet vielleicht der Familienbrunch um den Dreikönigstag, an dem auch die Feuerwehrskönigin erkoren wird. Dieser Anlass, der sich seit 1991 etabliert hat, erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Sport und Spiel

Neben theoretischer und praktischer Fachausbildung gehörten auch Sport und Spiel zum regelmässigen Angebot des Feuerwehrvereins. Immer wieder war man bestrebt, wenigstens eine Wettkampfgruppe auf die Beine zu stellen, was nicht immer leicht war. So kritisierte 1963 der Vereinspräsident das geringe Interesse an einer solchen: «Ein Rundschreiben mit Anmeldetalon an die Mitglieder des Feuerwehr-Vereins zur Teilnahme an den 2. Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfen hatte nicht die Mindestbeteiligung ergeben, sodass ich gezwungen war, an alle Feuerwehrkameraden der Bezirksfeuerwehr zu gelangen.

Ergebnis: 450 verschickte Zirkulare, 15 Anmeldungen zur Vororientierung, sage und schreibe ganze 3,3%.» Nun, schliesslich gelang es damals doch noch eine Gruppe zusammenzustellen und die erkämpfte sich dann gleich die Bronze-Medaille! Erfolgreich war die Gruppe auch im Knüpfen von freundschaftlichen Banden. Der Kontakt zu den Kameraden aus Bottrop beruht auf die Zeltgemeinschaft in jenen Tagen. Die Wettkampfgruppe aus dem damaligen Jugoslawien gastierte auf der Rückreise in ihre Heimat noch einen Tag bei ihren Kameraden in Basel. Die Bottroper waren übrigens in den 1970er und 80er-Jahren regelmässig Gäste an den Regio-Märschen.

Der Feuerwehr-Distanzmarsch in Lyss

1968 stossen wir zum ersten Mal auf den Distanzmarsch in Lyss und zwar am 24. August. 11 Mann wollten die Strecke von 23 Kilometern bewältigen, 2 davon mussten wegen anderweitiger Verpflichtungen absagen. Wie es den anderen erging, entnehmen wir wiederum dem Berichtsbuch. Hier die (leicht gekürzte) Schilderung: «Da es in Lyss ziemlich warm war, hat er (der Delegationsleiter) gleich befohlen, dass nur im Hemd und mit Krawatte, also ohne Uniformrock, marschiert werden sollte. (Die Beinkleider waren Offiziershosen, die von der Feuerwehr Basel zur Verfügung gestellt wurden.) Nach Passierung der Startkontrolle konnten wir endlich um 1355 Uhr die Strecke unter die Füsse nehmen. Es wurde von Anfang an ein ziemlich forsches Tempo vorgelegt. Leider hatten wir nach 9 km Distanz den ersten Ausfall zu beklagen. Plötzlich wurde nach vorne das Fehlen des 9. Kameraden gemeldet. Wir mussten dann feststellen, dass sich unser Kamerad auf einem Holzstoss am Waldrand niedergelassen hatte, mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Stiefel (nicht etwa Marschschuhe!) auszog und dann erschreckt feststellen musste, dass er beim Ausziehen der Socken gleich noch die Haut der halben Ferse mit abzog. Beim Anblick dieses Segens hat er sich auf der Stelle entschlossen, den Marsch nicht mehr fortzusetzen. Bei km 12 hatten wir dann die Gelegenheit, unsere verlorenen Kräfte mit einer kräftigen Bouillon und einem Brötchen wieder etwas aufzumöbeln. Ein weiterer Kamerad benutzte diese Gelegenheit, um seine Füsse einem Samariter in Pflege zu geben. Ein heimliches Stöhnen verriet uns, dass auch dieser marschtüchtige Kamerad beim entfernen seiner Socken etwas festgestellt hat, nämlich eine bodenständige Blase, welche der Samariter mit Desogen (ein Desinfektionsmittel, das brennt) behandelte, was unser Freund nicht gerade sehr geschätzt hat. Und weiter ging unser Weg über Feldwege und Asphaltstrassen. Beim zweiten Verpflegungsposten bei km 19 hatten wir dann nochmals Gelegenheit, uns mit einem Fläschchen Mineralwasser für die restlichen 4 km in Form zu bringen. Leider mussten wir den Aufenthalt an diesem Posten sehr kurz gestalten, da die vielen herumfliegenden Wespen irgend etwas gegen unsere Anwesenheit einzuwenden hatten. Die letzten 4 Kilometer waren dann für die meisten Kameraden ein kleiner Leidensweg. Es wurden nach und nach kleinere und grössere Abkürzungen gewählt, manchmal über Wiesen und Stoppelfelder. Den jüngeren Kameraden mussten wir am Hemdzipfel zurückhalten, weil bei ihm das Temperament durchzugehen schien und die älteren Semester seinem Schritt nicht mehr zu folgen vermochten. Nach genau 3 Stunden und 32 Minuten erreichten wir das Ziel in Lyss. Eine famose Leistung, wenn man bedenkt, dass die meisten Kameraden das ganze Jahr hindurch keine solchen Strecken zu Fuss zurücklegen. Beim Duschen mussten wir dann feststellen, dass wir alle ziemlich weiche Sohlen hatten und wir auf grösseren und kleineren Blasen das Ziel erreicht hatten. Ein Kamerad wusste nun auch, dass die Wespen einen Stachel hatten und diesen zu nutzen verstehen. Sein Mittelfinger war rot wie eine Tomate. Anschliessend wurde die Rückfahrt angetreten und in Laufen im Hotel Löwen ein kleines Nachtessen eingenommen. Da es danach für die Begriffe von Feuerwehrmänner noch ziemlich früh am Abend war, beschloss man, noch nicht gleich nach Hause zu fahren. Im gegenüberliegenden Café wurde noch das Dessert eingenommen und eine Unmenge Patisserie verschlungen. Ausnahmsweise liess man sich dazu mit Kaffee volllaufen. Die Feuerwehr im Kaffeehaus – das hat man in Basel noch nie erlebt! Nach dieser Schlemmerei beschloss man endlich nach Basel zurückzufahren. Nun, spät ist es dennoch nicht geworden, bis um 2200 Uhr waren alle Kameraden wieder in ihren heimischen Gefilden, teilweise sehr zum Erstaunen der besseren Ehehälften.»

Weitere Feuerwehr-Distanzmärsche Lyss: 13. Sept. 1969, 19. Sept. 1970, 18. Sept. 1971, 16. Sept. 1972, 15. Sept. 1973, 14. Sept. 1974, 18. Sept. 1976 (mit Hund!) 16. Sept. 1978.

Andere Distanz- und Feuerwehrmärsche: 3. Juni 1972, Münchenstein; 7. Mai 1977, Aarau; 22. August 1981, Bern; 21. Aug. 1982, Bern.

Regio-Märsche: 21. Okt. 1973, 22. Okt. 1978, 21. Okt. 1979, 26. Okt. 1980, 25. Okt. 1981, 24. Okt. 1982, 23. Okt. 1983, 21. Okt. 1984, 23. Okt. 1988. An weiteren nahmen z.T. nur einzelne Mitglieder teil.

Escher-Wyss-Märsche, Zürich: 3. Dez. 1977, 2. Dez. 1978, 1. Dez. 1979, 1980 und 1981 ohne aktive Beteiligung.

Fussball

Eher ins Kapitel Spiel oder Plauschsport gehören die Fussball-Grümpelturniere, die ab 1960 bis 1966 an verschiedenen Orten durchgeführt wurden. Der Feuerwehr-Verein stellte jeweils 1–2 Mannschaften mit Fantasienamen wie «Dampfsprützi» oder «Kometrohr», die unterschiedlich erfolgreich waren. 1963 bemängelte der Präsident, dass kein Publikum da gewesen sei, um die eigenen Mannschaften zu unterstützen. 1964 wurde so heftig um den Ball gekämpft, dass einem Spieler die Zähne eingeschlagen wurden. Der Betroffene meinte dann allerdings, dass der anschliessende Kampf mit den Versicherungen noch viel schlimmer gewesen sei. Bei einem Freundschaftsspiel FF Brombach–FWV Basel im Winter 1961 verirrten sich die Spieler beinahe im Schneegestöber. Die Brombacher fanden den Weg zum Tor offenbar doch öfters als die Basler und gewannen das Spiel. Danach fand erst 1980 wieder ein Fussballspiel statt und zwar als Benefiz-Veranstaltung für das Blaue Kreuz. Das Spiel gegen eine Direktoren-Auswahl der Sandoz ging verloren, gewonnen hat der Blaukreuz-Spielladen und zwar die Einnahmen von 1300 Franken.

Die Fussballspiele: 24. Sept. 1960, Grümpelturnier; 17. Juni 1961, Grümpelturnier; 4. Nov. 1961, FF Brombach–FWV Basel; 5. Sept. 1964, Grümpelturnier; 28. Aug. 1965 Grümpelturnier; 27. Aug. 1966, Grümpelturnier; 1 Okt. 1980 FWV Basel–Direktoren Sandoz.

Die Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe

Nach den eingangs erwähnten 2. Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfen 1963, formierte sich 1977 eine Wettkampfgruppe mit dem Namen «Basilisk ». Am 3.Juli ging es zum Probelauf zu einem Wettkampf nach Hésingue, um im gleichen Jahr die CTIF-Wettkämpfe im italienischen Trient bestreiten zu können (31.7.–7.8.). Die 10 Mann starke Gruppe eroberte sich unter den 16 Nationen gleich die bronzene Auszeichnung. 1978, vom 9.–12. Juni, erkämpften sich die Basilisken erneut die Bronze-Medaille, diesmal an den Wettkämpfen in Böblingen/Stuttgart. Am 16. Mai 1981 nahm man an einem Vergleichswettkampf in St-Louis teil und am 13./14. Juni trainierte man zusammen mit den Wettkampfgruppen aus Montreux und St-Louis auf der Schützenmatte. Am 19. Juli durfte die Wettkampfgruppe in Böblingen wiederum die Bronze-Medaille entgegennehmen. Am 30. Juli 1989 empfing eine Delegation die erfolgreiche Wettkampfgruppe Basilisk, die mit einer Silbermedaille im Gepäck von den Internationalen CTIF-Feuerwehr- Wettkämpfen in Warschau, Polen zurückkehrte. 1990 kam es noch besser: Die Basilisken erkämpften sich bei den CTIF-Wettkämpfen vom 15./16. Juni in Friedrichshafen die Goldmedaille! Auch 1993 in Berlin (11.–18. Juni) und 1997 6.–12. Juni) in Herning, Dänemark, gab es Gold. Nur für Silber reichte es hingegen bei den Wettkämpfen vom 22.–28.7.2001 in Kuopio, Finnland.

Weitere Sport- und Spielanlässe

Wenig zu begeistern vermochten Orientierungs- oder Geländeläufe. Am 20. Oktober 1963 vermeldete der Präsident knapp «schlecht besucht.» Eine Sportart, die sich mehrheitlich sitzend ausüben lässt, hat sich in den 1990er-Jahren etabliert: Das Jassen. 2003 wurde bereits das 10. Plauschjassturnier abgehalten.

Der Herrenbummel

Zu den traditionellen Vereinsanlässen zählt zweifelsohne der Herrenbummel, der in fast allen Jahresberichten Erwähnung findet. Der Wettergott ist diesen Anlässen nicht immer hold, so auch nicht an jenem vom Samstag, 26. Oktober 1968, der im Berichtsbuch ausführlich geschildert wird. Die nachfolgende Wiedergabe ist nur um den Vorspann (Evaluation und Beschlussfassung des Vorstands) sowie die Namen der Teilnehmer gekürzt.

Bericht

«Die Besammlung der Teilnehmer fand auf dem Aeschenplatz um 1300 Uhr statt. Abfahrt mit dem Tram nach Aesch BL um 1317 Uhr. (Die Uhrzeiten korrekt militärisch, ohne Punkt zwischen Stunden und Minuten)

Beim Appell um 1300 Uhr auf dem Aeschenplatz waren schliesslich 10 Kameraden (von 13 angemeldeten)anwesend. Es wurde mitgeteilt, dass ein weiteres Mitglied unterwegs einsteigen werde. Weitere vier Kameraden (Veteranen)stossen zum Nachtessen dazu (...und müssen dieses – gemäss Vorstandsbeschluss – aus dem eigenen Sack bezahlen).

Nach unserer Ankunft in Aesch BL um 1317 Uhr wurde sofort der Aufstieg Richtung Pfeffingen unter die Füsse genommen. Einige Kameraden waren nach diesem Aufstieg bereits schon so stark mitgenommen, dass die erste Gelegenheit benützt wurde, um ein angeschriebenes Haus (sprich Restaurant) aufzusuchen. Nach diesem kurzen Verschnaufhalt wurde dann doch der Aufstieg Richtung Blauen-Platte in Angriff genommen.

Bei Nieselregen und teilweisem stockdichtem Nebel gings ständig aufwärts über Stock und Stein, teils auf Waldwegen, teils über versumpfte Wiesenpfade. Einige Kameraden stillten ihren Hunger mit Birnen und Äpfeln, die sie aus dem Morast ausgraben mussten. Aus dem Nebel hörte man während des ganzen Aufstieges ein Gelächter und meistens nur die Stimme eines Kameraden, der einen Witz nach dem anderen zum Besten gab – nicht immer salonfähige. Zum Glück hatte es dichten Nebel, so konnte man nicht sehen, wer dabei einen roten Kopf bekam. Unter grossem Gelächter und riesigem Geplapper erreichte man schliesslich das Restaurant Blauen- Reben. Hier wurde ein Zvierihalt eingeschaltet.

Nach einem Aufenthalt von ca. 1 Stunde wurde schliesslich der restliche Weg hinunter nach Ettingen unter die Füsse genommen. Unterwegs tauchte plötzlich im Laufschritt eine Gestalt aus dem Nebel auf. Es konnte niemand anderes sein als jener Kamerad, der später dazu stossen wollte – und er war es auch. Nach einer Marschzeit von ca. 1 Stunde sah man plötzlich aus dem Nebel Lichter auftauchen. Ein grosses Aufatmen ging durch unsere Reihen. Es waren die Lichter von Ettingen und alle Kameraden waren froh darüber. Es war in der Zwischenzeit ziemlich dunkel geworden. Ein bisschen durchfroren und durchnässt vom Nebel und Schweiss war Jedermann froh, dass unser Ziel in Ettingen und im Besonderen das Restaurant Fürstenstein erreicht war.

Die Kameraden, die nur zum Nachtessen kommen wollten, waren alle schon anwesend. Leider gab es mit unserem Nachtessen eine kleine Verzögerung, da noch eine Hochzeitsgesellschaft anwesend war, die auch verpflegt werden wollte. Einigen Kameraden wurde die Warterei auf das Nachtessen schliesslich zu langweilig. Vielleicht vor Hunger beschlossen zwei Kameraden, den Bräutigam um seine Braut zu bringen, einen so genannten Brautraub auszuführen. Der eine packte die Braut und zog sie in unser Chambre-Separée, der andere schloss die Tür zu und löschte gleichzeitig das Licht aus. Was dann alles passierte kann man nur erahnen. Sicher ist auf alle Fälle, dass sich die beiden Kameraden plötzlich wieder jünger fühlten und am liebsten die Braut für sich behalten hätten (schon im Hinblick auf die kommende Hochzeitsnacht).

Nun, die Braut wurde mit hochrotem Kopf wieder zu ihrem Bräutigam entlassen. Was sie ihm über ihr Abenteuer mit der Feuerwehr erzählte, konnten wir leider nicht mehr hören.

Endlich wurde das Nachtessen aufgestellt. Mit Heisshunger stürzten sich alle über ihren gefüllten Teller. Nun, das Essen war wirklich sehr gut. Die Zeit ist unterdessen auch nicht stehen geblieben, plötzlich war es bereits 2130 Uhr.

Einige Kameraden des Vorstandes begaben sich zur Beratung zwecks Versteigerung eines Kaninchens ins Restaurant. Leider benützten einige Kameraden diese Gelegenheit, um raschestens zu verschwinden. Dieser Aufbruch brachte die Gemüter der übrigen Kameraden in Wallung. Was innerhalb des Vorstandes befürchtet wurde, ist auch tatsächlich eingetroffen. Die Veteranen haben diesen Anlass nur dazu benützt, sich zum Nachtessen einzufinden, den Mund abzuwischen und anschliessend wieder auf dem schnellsten Wege zu verschwinden. Nun, auch ohne diese Kameraden brachte die Versteigerung die nette Summe von 90 Franken ein.

Inzwischen war es bereits 22 Uhr geworden und es wurde beschlossen, mit dem Zug – Abfahrt in Ettingen um 2212 Uhr – nach Basel zurückzufahren. Im Laufschritt ging es dann Richtung Bahnhof. In einem Wagen 1. Klasse fuhren wir alsdann nach Basel zurück.

Hier machte ein Kamerad des Vorstandes den Vorschlag, noch zu unseren lieben Feuerwehrkameraden nach Haagen/Deutschland zu fahren, um so mehr, als diese uns zum Besuche ihres Familienabends eingeladen hatten. So beschlossen noch drei Kameraden zusammen mit dem Initianten nach Haagen zu fahren.

Die übrigen Kameraden beschlossen, sich noch einen Schlummerbecher zu genehmigen, eh sie sich endgültig verabschieden wollten.

Nun, wann und wie die Kameraden, die in Basel geblieben sind, nach Hause gekommen sind, das entzieht sich meiner Kenntnis.

Die anderen Kameraden fuhren per Taxi zum Aeschenplatz, um dort mit einem Privatfahrzeug nach Haagen zu fahren. Um 2320 Uhr trafen wir dort ein. Die Freude unserer Haagener Kameraden war gross, dass doch noch eine Delegation unseres Vereins den Weg zu ihnen gefunden hatte. Trotz schmutzigen Schuhen und Hosen liess es sich unser Präsident nicht nehmen, auf die Bühne zu steigen und eine kleine Thronrede zu halten, die vom aufmerksamen Publikum mit donnerndem Applaus bedacht wurde.

Nun, wir verlebten noch ein paar schöne Stunden im Kreise unserer Haagener Kameraden. Ein weiterer Kamerad ist zu später Stunde auch noch in Haagen eingetroffen. Mit Wein und Gesang rannen die Stunden nur so dahin. Als es schliesslich Zeit zum Aufbruch war, mussten wir leider noch eine Weile auf unseren Chauffeur warten. Dieser hat es sich nicht nehmen lassen, seine Tanzpartnerin per Auto nach Hause zu begleiten. Seine versprochene sofortige Rückkehr hat sich dann ziemlich in die Länge gezogen, was bei seiner Jugend und der Schönheit seiner Partnerin nur verständlich war.

Nun, um 0400 Uhr am Sonntagmorgen waren dann auch die letzten Kameraden des diesjährigen Herrenbummels wieder in ihren heimischen Gefilden.

Alles in allem möchte ich sagen, dass der diesjährige Herrenbummel ein voller Erfolg war, und es ist zu hoffen, dass es uns gelingen möge, auch im nächsten Jahre wieder einen solchen netten und schönen Bummel durchzuführen.

Ich möchte aber meinen Bericht nicht abschliessen, ohne ein nochmaliges Dankeswort an den Organisator dieses Anlasses zu richten. Lieber Kamerad, im Namen aller Kameraden, die am Bummel teilgenommen haben, danke ich dir von ganzem Herzen für die tadellose Organisation und für deine Mühe und Arbeit, die du mit uns gehabt hast. Dass du noch als Bürge für ein Nachtessen auftreten solltest – nimm es nicht weiter tragisch, es war trotzdem ein gelungener Anlass.»

Weitere Herrenbummel: Daten, Destinationen und Besonderes

17. Nov. 1957: unbekannt; 3./4. Okt. 1959: Engelberg (abgesagt, zu wenig Anmeldungen); 26. März 1964: Hofstetten; 13. Nov. 1965: Schönmatt–Dornach (Schneefall!); 19. Nov. 1966: Anker Brauerei, Frenkendorf; 25. Nov. 1967: Nenzlingen; 26. Okt. 1968: Blauen-Reben–Ettingen; 18. Okt. 1969: Möhlin–Mumpf; 31. Okt. 1970: Oberwil–Predigerhof; 13. Nov. 1971: Schliengen (D); 28. Okt. 1972: Arlesheim; 3. Nov. 1973: Chrischona–Riehen; 9. Nov. 1974: Schönmatt– Arlesheim; 8. Nov. 1975: Chrischona–Basel (Rest. Ueli-Stube); 13. Nov. 1976: Biel-Benken– Oberwil; 5. Nov. 1977: Schönmatt–Arlesheim–Basel (Rest. Frohburg); 11. Nov. 1978: Aesch; 1979: Ausgefallen; 11. Okt. 1980: Brüglingen, Grün 80; 14. Nov. 1981: Burg Rötteln–Lörrach; 30. Okt. 1982: vermutlich nahes Elsass; 29. Okt. 1983: vermutlich Neuweiler; 10. Nov. 1984: Dornach–Reinach; 9. Nov. 1985: Augst; 8. Nov. 1986: (abgesagt, zu wenig Anmeldungen); 7. Nov. 1987: Flüh–Mariastein; 12. Nov. 1988: Bottmingen–Münchenstein; 4. Nov. 1989: Village- Neuf; 3. Nov. 1990: Muttenz–Dreispitz; 27. Nov. 1991: Lange Erlen–Weil am Rhein; 24. Okt. 1992 Liestal–Augst (mit Delegation aus Bottrop); 6. Nov. 1993: Chrischona–Grenzach (erstmals mit einer aktiven Feuerwehrfrau); 4. Nov. 1995: Haagen–Burg Rötteln; 2. Nov. 1996: Schönmatt–Muttenz; 1. Nov. 1997: Oetlingen–Lörrach; 24. Okt. 1998: Bettingen–Inzlingen; 6. Nov. 1999: Petite-Camarque (Elsass); 28. Okt. 2000: Predigerhof–Reinach; 3. Nov. 2001: Reinach–Witterswil; 26. Nov. 2002: Liestal–Füllinsdorf; 1. Nov. 2003: Pharmazie-Historisches Museum der Universität Basel.

1983 wird vermerkt: «Der Abschluss fand einmal mehr hier im Vereinslokal statt.» Ob mit oder ohne Nachtessen geht aus den Aufzeichnungen nicht hervor.

Seit 1984 findet das abschliessende Nachtessen im Feuerwehrkeller statt.

Vom Spritzehüüsli zum Löscheimer

Wie wir im ersten Teil gelesen haben, gab es schon in den ersten 100 Jahren ein Stammlokal, in dem man sich regelmässig traf. Die Lokale haben manchmal gewechselt und nicht jedem kam die gleiche Bedeutung zu. Im Jahre 1948 wurde ein Stammtisch im Restaurant Gifthüttli (Schneidergasse) gegründet, 1955, 56 und 57 wird in den Berichten ein monatlicher Samstagshock in der Safran erwähnt. 1958 zog dieser in die Harmonie (Spalenberg), wo man im Säli auch einen Schrank aufstellte, um die Archivalien unterbringen zu können. All das, obwohl anscheinend das Restaurant Feldschlösschen am Spalenberg 11 (heute «Zum Sperber», Hotel Basel) seit langem als Vereinslokal galt, immerhin wurde am 21. Mai 1968 auf «70 Jahre Vereinslokal Feldschlösschen» mit Freibier angestossen. Auch die Halbjahresversammlungen und die Weihnachtsfeiern fanden dort statt, 1970 zum letzten Mal, danach fiel die Liegenschaft der Spitzhacke zum Opfer. Die Vereinsverantwortlichen haben aber rechtzeitig vorgesorgt. Auf den 1. Mai 1970 konnte nämlich ein eigenes Lokal gemietet werden und zwar direkt neben der Polizeikaserne am Clarahofweg 25. Der gemütliche Feuerwehrkeller befindet sich noch heute dort. Mehr darüber später.

Wirtschaftserfahrung

Diese holte man sich schon früher bei allerlei Festlichkeiten, an denen der Feuerwehrverein mit einer eigenen Beiz zugegen war. So lesen wir im Jahresbericht von 1957: «Am 24. August durften wir mit der Wirtin des Restaurants Harmonie die Burgwirtschaft «Zum Spritzenhüüsli» führen, was wir alle gerne taten, denn diesem Anlass (2000 Jahre Basel)war grosser Erfolg beschieden ...» Die Freude über den guten Verlauf wurde allerdings überschattet von einem Unfall, der sich beim Bau der Festhütte ereignete: Einem der Helfer wurde ein Finger abgetrennt. 1960 wurde anlässlich des Uni-Festes wieder eine Festhütte betrieben. Unfälle gab es keine, aber reichlich Probleme mit der Festleitung, die immer wieder mit neuen Richtlinien aufwartete. Diesmal hiess die Wirtschaft «Zur Füür-Alchemie». Am 14. Oktober 1967 war wieder «Beizen» angesagt. Zur Einweihung der neuen Johanniterbrücke gab’s beim Feuerwehrverein, nebst den üblichen Getränken, Würste vom Grill, die anscheinend so gut schmeckten, dass mehrmals Nachschub eingekauft werden musste. Wie die Festwirtschaft allerdings hiess, ist nicht mehr zu eruieren. Schlechter lief das Geschäft an den Basler Rheinsporttagen am 27. und 28. Juni 1970, es regnete an beiden Tagen. Und noch ein Flop im gleichen Jahr: Die Beiz an der 125-Jahr-Feier der Feuerwehr Basel wurde auch von den eigenen Leuten schlecht besucht, wie der Präsident bemängelte. Zum Schluss konnte man knapp die Kosten decken.

Der Feuerwehrkeller

Viele Helfer und viele Spenden machten es möglich, dass im Präsidentenbericht 1970 vermerkt werden konnte, dass das Vereinslokal eingerichtet und der Betrieb aufgenommen wurde. Der erste Wirt – Ernst Engeli – präsentierte zur GV schon eine ausgeglichene Rechnung. Dafür gab’s Applaus und einen Blumenstrauss. Der monatliche Stammhock fand nun im eigenen Lokal, aber weiterhin an einem Samstag, statt. Ein Jahr später wurden die Teilnehmer der Generalversammlung aufgefordert, zum Abschluss den Feuerwehrkeller zu besuchen, um festzustellen, dass weiter investiert und ausgebaut wurde. Beliebt waren in jenen Jahren die Raclette-Abende. 1973 konnte nach dem Herrenbummel der neue Fahnenkasten im Feuerwehrkeller eingeweiht werden. Am 13. Mai 1977 erhielt das Lokal eine neue Theke, die dank guter Beziehungen zu einem Baugeschäft nichts kostete. An der Mitgliederversammlung 1980 gab der Lokalwirt Ernst Engeli seinen Rücktritt bekannt, was mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen wurde. 10 Jahre lang hat er für das leibliche Wohl der Gäste und das finanzielle Wohl der Vereinskasse gesorgt. Als Übergangslösung wurde die Führung der Wirtschaft dem Gesamtvorstand übertragen, der 1982 wieder von einem Lokalwirt abgelöst wurde.

Zum Löscheimer

Vom 24. bis 26. September 1982 feierte die Berufsfeuerwehr Basel-Stadt mit einem grossen Fest ihren 100. Geburtstag. Der Feuerwehrverein führte eine Beiz mit Champagner-Bar, die «Zum Löscheimer» genannt wurde. Im Jahresbericht bemerkte der Präsident dazu gallig: «All jenen, die davon keine Notiz genommen haben, möchte ich nachträglich noch sagen, dass wir tatsächlich eine Beiz geführt haben … Das Fest war finanziell ein Misserfolg. Zwar haben wir nicht Minus gemacht, aber auch keinen Gewinn erzielt, welcher den Aufwand rechtfertigen würde … Schmählich wurden die arbeitenden Mitglieder von ihren Kameraden im Stich gelassen … So verdarb uns die Hälfte der Esswaren, was zu einem grossen Verlust führte …» Bei allem Groll – etwas Positives konnte man dennoch von diesem Fest mitnehmen: Das Wirtshausschild «Zum Löscheimer». Es hängt inzwischen über dem Eingang zum Feuerwehrkeller. 1983 kam es wieder zu einem Wirtewechsel, nun übernahm ein Ehepaar – der Ehrenpräsident und seine Frau – die Geschicke des Vereinslokals. Zum 900-Jahr-Dalbeloch-Fest 1983 wagte sich der Vorstand erneut an das Abenteuer Festbeiz. Das OK übernahmen die gleichen Kameraden, die sich ein Jahr zuvor soviel Frust aufgeladen hatten. Als OK-Präsident wirkte der Vereinswirt. Der Beschluss, nur noch eine «Schämpis-Bar» zu führen, zahlte sich aus. Das Fest wurde zum vollen Erfolg, nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil der Vereinspräsident frühzeitig und mit Inbrunst auf die Suche nach den schönsten Bardamen ging.

Treffpunkt

Der Feuerwehrkeller «Zum Löscheimer» hatte sich inzwischen zum beliebten Treffpunkt etabliert, so wurden dort die Vereinsversammlungen abgehalten, auswärtige Gäste empfangen, der Herrenbummel mit einem Nachtessen und Weiterem beschlossen, private Feiern durchgeführt und so weiter. Besondere Erwähnung verdient der Abend nach dem Regio-Marsch 1983: «Das Fassungsvermögen unseres Kellers reichte nicht mehr aus, um allen etwas servieren zu können. Wir waren gezwungen, den Keller unserer Nachbarn mitzunutzen. Es war sehr eindrücklich, wie viele Leute da waren: Die Feuerwehr Studen, die von Kloten, die Reinacher, Bottroper, Winterthurer und die weibliche Feuerwehr des Kantonsspitals Bruderholz. Sicher habe ich noch nicht alle aufgezählt, ich kann nur sagen, es war eine Bombenstimmung hier im Keller.» Aber auch draussen wurde wieder gewirtet. Am Gundeli-Fest vom 26. bis 28. September 1986 lockte die Champagner- Bar «Zum Löscheimer» wiederum zahlreiche zahlfreudige Gäste an.

Der Vereinskeller musste vorübergehend wieder vom Gesamtvorstand betreut werden, da das Wirtepaar in den Ruhestand trat. Versuchsweise wurde das Lokal über ein paar Monate jeden Freitagabend für die Mitglieder geöffnet. Leider blieben diese aber aus und der Präsident befürchtete schon, dass der Keller nur noch dank der Fasnacht und über Fremdvermietung zu finanzieren sei. Genau das führte 1989 zu Problemen mit den Anwohnern respektive der Hausverwaltung. Per eingeschriebenen Brief drohte diese mit der Kündigung, wenn nicht eine Reihe von Auflagen erfüllt würden. So wurden die Fremdvermietung, Privatfeiern und der Fasnachtsbetrieb verboten. Nun waren die Vereinsmitglieder aufgerufen, mit ihrem Besuch im Keller für den nötigen Umsatz zu sorgen. 1990 nahm man zu diesem Zweck eine schon fast vergessene Tradition wieder auf: Am 16. November lud die Vereinsleitung zum Kameradschaftsabend mit Raclette. Anlass war auch die Feier der Übergabe der Ehrenmitgliedsurkunde an die Freiwilligen Feuerwehren von Lörrach Abt. Brombach und Haagen vor 60 Jahren. Die geladenen Gäste überbrachten zahlreiche Geschenke.

Drei Könige und ein Vierter

Zur Belebung des Vereinslokals trägt auch der seit Januar 1991 jedes Jahr durchgeführte Familienbrunch um den Dreikönigstag bei. 1992 musste der Präsident aber schon wieder zum häufigeren Besuch des Lokals aufrufen. Die «Hocks» seien schlecht besucht und daraus resultiere ein Verlust von 1200 Franken, was die Vereinskasse über Gebühr belaste. Gut gab es den Familienbrunch! Manchmal liessen sich bis zu 60 Personen die bereitgestellten Köstlichkeiten schmecken und warteten später gespannt darauf, welche Prinzessin oder welcher Prinz auf den kleinen König biss, der sich in einem Stück des riesigen Königskuchens versteckte. Für einen Tag war diese oder dieser dann die Feuerwehrskönigin respektive der Feuerwehrskönig. Der Platz im Keller reichte in den Jahren 91 bis 94 nicht aus und man musste (durfte) den benachbarten Keller mitnutzen. Bis heute nehmen jeweils zwischen 30 und 40 Personen an diesem gemütlichen Anlass teil, der damit in Bezug auf die Teilnehmerzahl sogar die Weihnachtsfeier übertrifft. 1994 kam ein vierter König ins Spiel, denn ein Kartenspiel muss deren vier enthalten. Mit anderen Worten – es durfte gejasst werden. Das erste Plauschjassturnier der Basler Feuerwehrvereine fand im «Löscheimer» statt. Im gleichen Jahr durfte Ernst Engeli, der als erster Vereinswirt waltete, seinen 60. Geburtstag feiern. Er tat dies natürlich in «seinem» Keller und stiftete gleich noch 500 Franken für den bevorstehenden Umbau. Mit einem fröhlichen Raclette-Abend wurde am 5. November das renovierte Vereinslokal wieder seiner Bestimmung übergeben.

Von Fest zu Fest

1995 zog die Wirtschaft «Zum Löscheimer» wieder ins Freie respektive ins Zelt. Am Wettstaibrugg-Fescht vom 1. bis zum 3. September, zur Einweihung der neuen Brücke, gab’s «Schämpis» und «Füürwehrkaffi». Der Anlass wurde zum Erfolg – auch für die Vereinskasse. Am 4. Oktober half man in der Festwirtschaft anlässlich «150 Jahre Feuerwehr Basel» mit. Vorausschauend überwies der Vorstand den Gewinn in den Fonds für die eigene Jubiläumsfeier im Jahre 2004. 1999 stand die Löscheimer-Bar am Johanna-Fest (11.–13. Juni). Budgetiert war ein Gewinn von 2000 Franken, doch es kam ganz anders. Das Fest war schlecht besucht, der Platz noch schlechter und die eigenen Kameraden wussten anscheinend nichts von einem Fest … Da der Aufwand für solche Anlässe doch immer sehr gross ist, beschloss der Vorstand, in Zukunft auf die Teilnahme zu verzichten. Damit können wir uns wieder in den Keller begeben, wo am 27. November bereits das sechste Plauschjassturnier stattfand. «Kellerfüller » gab und gibt es immer wieder genauso, aber auch die Ermahnungen des Präsidenten, doch wieder einmal zum Monatstreff zu kommen. Nicht willkommen war ein Wassereinbruch im Dezember 2002. Woher das Wasser kam, war vorerst nicht zu eruieren und der Feuerwehrkeller brauchte die Feuerwehr! Mit Sorbarix-Kissen rückte diese dem Nass zu Leibe. Später hat sich herausgestellt, dass ein vollgelaufener Filterschacht, verursacht durch eine defekte Leitung, schuld war.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Wirtsleuten: Sie haben sich alle restlos eingesetzt für das Wohl der Gäste und des Vereins. Dass wir in diesem Bericht nicht alle namentlich aufführen, sei uns nachgesehen. Die Vereinswirtinnen und -wirte sind zusammen mit den anderen Mitgliedern der Vereinsleitung im Kapitel «Statistisches» aufgeführt. Das gibt uns hier die Gelegenheit, der ganzen Vereinsleitung für ihre enorme Arbeit ein Kränzchen zu winden. Ehre wem Ehre gebührt!

Die Fahne und die letzte Ehre

In den ersten 100 Jahren der Vereinsgeschichte werden 3 Fahnen erwähnt. Die erste konnte im August 1862 mit einem grossen Fest begrüsst werden. In den 1890er-Jahren wurde sie beim Brand des Vereinslokals (!) ein Raub der Flammen. Die zweite wurde 1884 geweiht, die dritte 1928. Letztere ist noch heute im Feuerwehrkeller zu besichtigen. Sie versah ihren «Dienst» bis 1964. Schon ein Jahr zuvor erwähnte der damalige Fähnrich, dass das Banner nach so vielen Jahren Einsatz in einem schlechten Zustand sei. An der Vorstandssitzung vom 26. April 1963 wurde deshalb der Vorschlag eingebracht, eine neue Fahne zu beschaffen. Für die Evaluation bestellte man eine Fahnenkommission, die sogleich an die Arbeit ging. An der Vereinsversammlung wurden dann auch die Mitglieder über das Vorhaben informiert. Diese stimmten der Beschaffung zu und bestätigten die Kommission in ihrer Arbeit. Ein von der Idee begeisteter Kamerad liess sofort den Sammelhut kreisen und so kam das Startkapital von 87 Franken und 40 Rappen zusammen. Daraufhin wurden bei sechs Fahnenfabriken Offerten eingeholt und ein Gestaltungswettbewerb unter den Mitgliedern ausgeschrieben. Vier Entwürfe gingen ein. Die Wettbewerbsprämien im Wer von 10 bis 50 Franken gaben alle «Fahnenkünstler» in den Beschaffungsfonds. Der an die Fahnenfabrik eingereichte Entwurf liess eine endgültige Kalkulation zu, die einen Endpreis von 1'690 Franken ergab, abzüglich 5% Vereinsrabatt. Mit der Auftragserteilung wurde auch gleich das Datum für die Fahnenweihe festgelegt. Diese sollte am 7. November 1964 stattfinden. Damit war die Arbeit der Fahnenkommission abgeschlossen. Sie übergab die Organisation der Weihe an eine weitere Kommission, mit dem Auftrag, zu Handen des Vorstands Vorschläge auszuarbeiten.

Die Fahnenweihe

Die Fahnenweihe-Kommission beschloss letztendlich an der Sitzung vom 9. Juni, den Festakt auf Sonntag, 4. Oktober zu verlegen. Der Vorstand war damit einverstanden und genehmigte den folgenden Ablauf: Fahnenweihe am Morgen im Schützenmattpark unter Mitwirkung der Polizeimusik Basel (bei schlechtem Wetter im Saal der Safranzunft), Mittagessen in der Safranzunft, am Nachmittag Schifffahrt auf dem Rhein. Da die Polizeimusik für den 4. Oktober unabkömmlich war, musste der Festakt nochmals verschoben werden, diesmal auf den 18. Oktober 1964. Rückblickend schilderte der Vize-Vereinspräsident (der nach dem Rücktritt des Präsidenten am 4. Mai die Geschicke des Vereins an die Hand nehmen musste) in seinem Jahresbericht das Ereignis als «grössten Tag des Vereinsjahres, der in die Geschichte eingehen wird.» Nachfolgend sein Bericht: «Ein unvergesslicher Tag, hatten wir doch auch Glück mit dem Wetter. Ein unvergesslicher Tag, denn er glich den Dreiländer-Treffen, die früher stattgefunden hatten, konnten wir doch viele Kameraden aus der Umgebung von Basel, aus dem Elsass und aus dem Badischen willkommen heissen. Sogar Delegationen aus Bottrop, von Andelsheim und von Esslingen nahmen den weiten Weg unter ihre ‹Füsse›, um zu uns an die Fahnenweihe zu kommen. Leider waren herzlich wenig Kameraden vom eigenen Verein unter den über 200 Feuerwehrkameraden und Gästen zu sehen (…) Zu erwähnen sei noch, dass der Feuerwehr-Verein der Stadt Biel unserer neuen Fahne Pate stand. Mit grosser Freude durften wir auch die Urkunde entgegennehmen, mit der wir Kollektiv-Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr von Haagen wurden. Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle unserem sehr geschätzten Vorsteher des Löschwesens, Herrn Regierungsrat Franz Hauser, nochmals unseren besten Dank aussprechen, hatte er doch mit seinem Erscheinen unserer Fahnenweihe einen würdigen Rahmen gegeben und so seine Sympathie zur Sache der Feuerwehr Kund getan.»

Das Ehrenzeichen im Dienst

Nicht der Vereinsleitung angehörend aber doch nicht minder wichtig ist der Fähnrich. Er ist (fast) immer dabei, wenn es gilt, das Ehrenzeichen zu präsentieren. In der Zeit, als alle offiziellen Besuche und Empfänge in Uniform erfolgten, durfte selbstverständlich der Fähnrich mit der Fahne nicht fehlen. Das Banner führte die Umzüge an den jährlichen St. Jakob- Feiern an, zu welchen der Feuerwehrverein regelmässig eine Delegation entsandte (letztmals am 26. August 1969). Es flatterte an den Feiern zum 1. August und stand Pate bei der Fahnenweihe befreundeter Vereine. Apropos 1. August-Feiern: Im Bericht für das Jahr 1965 stellte der Präsident fest: «Der 1. August-Umzug fand ohne unsere Beteiligung statt, denn die Organisatoren scheinen – trotz früherer Teilnahmen – den Feuerwehrverein Basel-Stadt nicht zu kennen, ansonsten würden wir, wie andere Vereine auch, eine Einladung erhalten.» Damit war die künftige Nichtteilnahme an den 1. August-Feierlichkeiten besiegelt, wenigstens was den Auftritt mit Fahne betrifft. 1968 half man noch beim Aufbau der Bühne und stellte eine uniformierte Brandwache beim Höhenfeuer sowie Begleiter am Fackelzug.

Oft wenn gefeiert wurde, war die Fahne zugegen. Sie begleitete aber nicht nur Umzüge im flotten Marschschritt, sondern auch bewegte Trauerzüge. Sie war im In- und Ausland dabei, als prominente Feuerwehrsoffiziere zu Grabe getragen wurden, beugte sich aber auch still über die letzte Ruhestätte verstorbener Vereinskameraden. Bis heute hat jedes Mitglied das in den Statuten festgelegte Recht, dass ihm die Fahne die letzte Ehre erweist. Nicht immer erfährt man rechtzeitig vom Hinschied eines Kameraden. Manchmal gehen gerade die ältesten Veteranen, zu denen nur noch wenig oder gar kein Kontakt mehr besteht, den letzten Weg ohne Fahnenbegleitung, was uns traurig stimmt. Dennoch dürfen sie versichert sein, dass sie in unserer Erinnerung weiter leben: «Nur wer vergessen wird, ist wirklich tot.»

Andenken

Wir gedenken unserer verstorbenen Kameraden, die seit 1954 von uns gegangen sind. Namentlich erwähnen wir hier die, welche sich um unseren Verein besonders verdient gemacht haben oder die wesentlich dazu beigetragen haben, dass langwährende Freundschaften über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus entstanden sind.

(Beim Eintrag mit vollständigem Datum handelt es sich um den Tag der Bestattung.)

 

1957:
Männi Weibel, Ehrenmitglied
 
Ernst Weber, Ehrenmitglied
1959:
Wilhelm Finninger, Ehrenmitglied
1963
1. Juli, Fritz Brechbühl, Regierungsrat Basel-Stadt, Vorsteher des Löschwesens
1966:
13. Oktober, Fritz Seilnacht, Haagen
1970:
18. Februar, Fridolin Epper, Ehrenmitglied
 
30. Juli, Karl Sutter, Kommandant i. R. FF Lörrach
 
4. November, Kreisbrandmeister Minarik, Müllheim
1976:
Karl Drevenstedt, Alt-Fähnrich, Ehrenmitglied
1977:
Paul Muchenberger, Ehrenmitglied
1981:
Erhard Höflin, Ehrenpräsident
 
Rudolf Brönnimann, Ehrenmitglied
1982:
Georges Jauslin, Ehrenmitglied
1986:
Heinrich Würthner, Ehrenmitglied
 
Egon Leible, Kreisbrandmeister i. R., Lörrach
1990:
4. Juli, Johann Wälti, Ehrenmitglied
 
13. August, Martin Schepperle, Oberbrandmeister FF Lörrach
1991:
12. Februar, Benedikt Burckhardt, Kommandant i. R. 2. Bezirksfeuerwehrkompanie
 
13. August, Benni Frei, Kommandant i. R. Feuerwehr Münchenstein
 
30. Dezember, Karlheinz Guldenschuh, FF Lörrach- Haagen
1993:
8. Januar, Hans Zaugg, ehem. Kassier, Ehrenmitglied
 
29. Oktober, Wolfgang Hollinger, Freimitglied
1994:
27. September, Robert Ineichen, ehem. Kassier; Basel
 
16. November, Bruno A. Thommen, Gründer des Schweiz. Feuerwehrmuseums,
 
17. November, Willi Seidel, Brandrat a. D., Bottrop
1998:
Fredy Morgenthaler, ehem. Sekretär, Ehrenmitglied
 
Alfred Schneider, Ehrenmitglied
 
Walter Hartmann, Ehrenpräsident FWV Bern
 
Hans Farni, Freimitglied
1999:
20. August, Gido A. Bagutti, Veteran
 
Alwin Lips, Ehrenmitglied
2000:
Gerhard Vahrenbrink, Bottrop
 
Johann Eulenhaupt, Pressbaum (A)
2001:
Robert Blust, Freimitglied
 
Pius Orsinger, Freimitglied
 
Kurt Honegger, Ehrenmitglied
2002:
Gervais Müller, Ehrenmitglied
 
Fritz Börlin, Freimitglied
 
Charles Düscher, Freimitglied
 
Walter Gehrig, Freimitglied
 
Ernst Hunziker, Freimitglied
 
Walter Unternährer, Freimitglied
 
Franz Wullschleger, Freimitglied
2003:
Peter Gauch, ehem. Kassier FWV Bern
 
Fritz Sauter, ehem. Werkfeuerwehr Sandoz
 
Walter Maritz, ehemalige Kommandant der 2. Bezirksfeuerwehrkompanie und Freimitglied
 
Markus Walz, ehemalige Kommandant der 2. Bezirksfeuerwehrkompanie und Freimitglied

 

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